Information zu
justTRADE
- Hausanschrift
- JT Technologies GmbH
- Hamburger Allee 14
- 60486 Frankfurt am Main
- weitere Daten
- BIC: kein Kreditinstitut
- Gruppe/Gesellschafter: JT Technologies GmbH
- Gründungsjahr: 2019
- Banktyp: Online-Broker
- Einlagensicherung: Die Sutor Bank GmbH ist der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (gesetzliche Einlagensicherung) und dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. (freiwillige Einlagensicherung) angeschlossen.
Über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH sind je privatem Einleger und zugeordnetem Kreditinstitut Einlagen bis EUR 100.000 abgesichert. Über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. sind darüber hinaus Einlagen gesichert, für private Einleger jeweils bis 8,75 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank, bei einer Obergrenze von drei Millionen Euro. Zur Sutor Bank GmbH sind es konkret EUR 1.628.000 je privatem Einleger (Stand: 8.1.25). Die individuelle Sicherungsgrenze kann auch im Internet unter einlagensicherungsfonds.de abgefragt werden. Zum Januar 2030 sinkt die allgemeine Obergrenze bei privaten Einlegern auf eine Million Euro. Der Schutz des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. beginnt dort, wo die gesetzliche Sicherung aufhört. Er übernimmt im Falle der Insolvenz eines mitwirkenden Instituts die Einlagenteile, welche die gesetzliche Mindestabsicherung übersteigen, bis zur Sicherungsgrenze.
justTrade zählt zu den Neobrokern und startete im Oktober 2019 mit langer Beta-Phase und kleinem Kundenkreis. Ende Mai 2020 entfiel die Warteliste.
Unter dem Logo von justTrade steht "Ein Service der Sutor Bank", was zunächst wie ein Geschäftszweig der Sutor Bank wirken mag. justTrade ist jedoch ein Angebot des Frankfurter Fintechs JT Technologies GmbH. Die Sutor Bank liefert den regulierten Unterbau: Sie führt Depots und Verrechnungskonten, wickelt den Handel als Kommissionärin ab und hält die aufsichtsrechtliche Zulassung. Gegen diese Aufgabenteilung ist grundsätzlich nichts einzuwenden.
Gegründet haben JT Technologies Ralf Oetting und Michael Bußhaus, die das Unternehmen bis heute als Gesellschafter und Geschäftsführer leiten. Beide bringen jahrzehntelange Brokerage-Erfahrung mit, waren früher Geschäftsführer der onvista bank. Bußhaus verantwortete während deren Integration in die comdirect als Head of Brokerage das gesamte Wertpapiergeschäft der comdirect.
Die 1921 gegründete Sutor Bank aus Hamburg zählt zu den wenigen eigenständigen Privatbanken Deutschlands. Neben der traditionellen Vermögensverwaltung profilierte sie sich als Abwicklungspartner von Provisions- und Honorarfinanzberatern sowie Fintechs. So ist sie unter anderem bekannt durch die Kooperation mit der später in Raisin aufgegangenen Zinsplattform Zinspilot und durch jene mit justTrade. Die Liquidität auf den für die justTrade-Kunden bei der Sutor Bank geführten Verrechnungskonten ist entsprechend bis EUR 100.000 je Einleger über die gesetzliche Einlagenabsicherung geschützt. Darüber hinaus gehört die Sutor Bank freiwillig dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken an.
Im Dezember 2021 verkündete die Londoner BCB Group, ein Krypto-Zahlungsdienstleister, ihren Einstieg bei Sutor, mit der erklärten Absicht der Vollübernahme; die Inhaber hätten damit einen Exit erzielt. Ende 2022 wandelte die Bank ihre Rechtsform von der Max Heinr. Sutor oHG in eine GmbH um, erklärter Meilenstein des Prozesses. Im Juni 2023 zog Sutor die Reißleine: Wegen "sehr unterschiedlicher strategischer Ausrichtung" ergebe der Zusammenschluss keinen Nutzen mehr. Für Investoren blieb die Bank offen. Für Kunden folgt daraus keine akute Gefahr, wohl aber ein Strukturmerkmal: Der Bankpartner hinter justTrade ist ein inhabergeführtes Haus, dessen Eigentümer wiederholt einen Verkauf gesucht haben. Ein Eigentümerwechsel bleibt ein realistisches Szenario.
Wie finanziert ein Broker ein lange als "gratis" bezeichnetes Angebot? justTrade lebte im Kern vom Payment for Order Flow: Market-Maker zahlen für zugeleitete Orders. Eine zweite, stille Ertragsquelle liegt in den Verrechnungskonten, deren Guthaben unverzinst sind, während der Anbieter selbst am Geldmarkt anlegen kann. Die Zinsmarge auf geparktes Kundenkapital verbleibt beim Anbieter. Wer größere Beträge unangelegt lässt, verschenkt Rendite; Wettbewerber wie Trade Republic oder Scalable Capital verzinsen das Guthaben hingegen.
justTrade bietet mit Tradegate, Lang & Schwarz Exchange und Quotrix gleich drei Handelsplätze, über die Aktien und ETFs gehandelt werden können. Tradegate ist neben Xetra Frankfurt die umsatzstärkste deutsche Börse. Dort ermöglicht justTrade nur Quote-Request-Orders, keine Limit-Orders. Die Depot- und Kontoführung ist kostenlos. Gehandelt wird über die App (iOS, Android) oder Webbrowser. Anleihen und aktiv gemanagte Fonds fehlen noch im Sortiment.
Auf das Verbot von Payment for Order Flow reagierte justTrade mit dem kleinstmöglichen Eingriff. Seit Juli 2026 beträgt die Orderprovision im Handel mit Aktien und ETFs formal EUR 2,90. Bei den Handelsplätzen LS Exchange und Tradegate senkt eine "Ausgleichszahlung" der jeweiligen Partner an die Kunden sie auf EUR 1,00 - derselbe Preis wie zuvor, nur im neuen Rechtskleid. Über Quotrix gibt es hingegen keine Ausgleichszahlung.
Kryptowährungen deckt justTrade ebenfalls ab. Als dies im Oktober 2020 eingeführt wurde, war justTrade der einzige deutsche Online-Broker, der den Handel mit Wertpapieren und Kryptowährungen aus demselben Geldkonto heraus anbot. Heute umfasst das Angebot 65 native Coins sowie etwa 90 Krypto-ETPs. Den Handel führt die Sutor Bank als Kommissionärin aus, Liquidität stellt die Münchener Hyphe Markets GmbH. Die Verwahrung übernimmt seit Ende 2023 die ebenfalls Münchener und BaFin-regulierte Tangany GmbH. Nötig wurde der Wechsel, weil der frühere Verwahrer, das Bankhaus von der Heydt, sein Geschäft einstellte. Seit November 2025 lässt sich für Ethereum, Solana und Cardano flexibles Staking aktivieren; seit Dezember 2025 ist die Sutor Bank als Krypto-Dienstleister nach der EU-Verordnung MiCA zugelassen. Die Grenzen des Modells: Die Coins liegen in Sammelverwahrung, lassen sich weder auf eine eigene Wallet ausliefern noch von dort einliefern und taugen nicht als Zahlungsmittel. Rechtlich zählen Kryptowerte nicht als Einlagen und fallen nicht unter die Einlagensicherung. Kryptowerte lassen sich ab EUR 25,00 kaufen. Dabei fallen 0,125% Orderprovision an, hinzu kommt ein Spread von mindestens 0,30%, der anteilig im Kurs bei Kauf und Verkauf steckt.