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11.10.2017 |

Massive Probleme bei IT-Umzug der netbank

Bei einem Umzug der netbank-Konten auf das Computersystem der Augsburger Aktienbank ist einiges schiefgelaufen. Hunderte von frustrierten Bankkunden wandten sich auf der Facebook-Seite mit unterschiedlichen Problemschilderungen an die netbank. Lastschrifteinzüge sind in Mengen fehlgeschlagen, mit einer automatischen Rückmeldung, dass das Konto erloschen sei; auch PayPal konnte getätigte Zahlungen über die netbank-Konten nicht abbuchen und sperrte deshalb Accounts. Eingehende Überweisungen kamen ebenso nicht an. Und in vielen Fällen können die Kunden nicht über das Online-Banking oder mit Multibanking-Anwendungen wie Starmoney per HBCI auf ihr Konto zugreifen. Zu alledem ist telefonisch bei netbank und Augsburger Aktienbank kein Durchkommen, viele hilfesuchende Anrufer bekommen direkt ein Besetztzeichen. Der Umzug war für das vergangene Wochenende geplant, von Freitagabend bis Montagmorgen. Er fand statt, um die Systeme zusammenzulegen, weil die netbank vor einigen Monaten zu einer Marke der Augsburger Aktienbank geworden ist. Erst heute Nachmittag bekannte sich die netbank in einer Kundeninformation allgemein zu den Problemen und deren aktuellem Stand, auf einer Unterseite des Internetauftritts, mit dem Klickweg Service > Rund ums Banking (hilfreiche Extras für mehr Komfort und Freiheit). Die Routingprobleme bei Lastschriften und Überweisungen sind demnach behoben, sie hingen mit der neuen BIC zusammen; offenbar wurde sie als ungültig angesehen, wenn im Zahlungsverkehr unter den Banken entweder die Genossenschaftsbanken oder die Deutsche Bundesbank involviert waren. Die netbank sagt jetzt, dass der Kunde die alte BIC noch bis 4.12.17 bei den Lastschrifteinzügen verwenden solle, weil die BIC erst dann im zentralen Register der Deutschen Bundesbank geänderte werde. Bei den Überweisungen im SEPA-Raum werde nur die IBAN benötigt. Durch die Rücklastschriften verursachte Gebühren will die netbank erstatten und mit den betreffenden Kunden Kontakt aufnehmen. Allerdings stehen diese nun bei dem Einziehenden als säumige Zahler da und müssen das regeln, um keine negativen Auswirkungen wie einen Schufa-Eintrag zu riskieren. Für das neue Online-Banking versandte die netbank die Login-Daten postalisch Anfang September, ein erstaunlicher hoher Anteil der Kunden hat sie nicht bekommen. Die netbank erklärt dies damit, dass nicht alle Briefe zugestellt werden konnten und die Deutsche Post teilweise verspätet zugestellt habe. Für einige Geschäftskunden seien die Login-Daten in einer speziellen Konstellation tatsächlich noch nicht versendet, das werde ab Donnerstag geschehen. Wer das PushTAN-Verfahren nutzte, soll die alte App von seinem Gerät entfernen und für das Autorisierungsverfahren eine andere App über den Play Store bzw. App Store herunterladen und installieren. Daraufhin wird ein Freischaltcode benötigt, falls er bei der netbank angefordert werden muss, verlängert dies durch die schlechte Erreichbarkeit und die Bearbeitungs- und Postlaufzeiten ärgerlicherweise die Zeit ohne Online-Banking. Einige Überweisungsvorlagen der Kunden konnte die Bank wegen Umlauten oder Leerzeichen nicht auf das neue System übertragen. Die Dokumente der Online-Postfächer konnte sie technisch bedingt erst nachträglich übertragen.

Auch der Kartentausch von girocard zu Mastercard Debit verlief nicht nahtlos. Der Tausch ist bei den Kunden nach wie vor unbeliebt, sie können nicht mehr überall bargeldlos zahlen, weil die Akzeptanz der Kreditkarten in Deutschland geringer ist als die der girocard. Laut FAQ der netbank hätte die alte Karte bis 8.10.17 funktionieren sollen und die neue am 9.10.17 durch die netbank aktiviert werden. Aber die alte Karte funktionierte schon am 6.10.17 nicht mehr, als die neue Karte noch nicht aktiviert war.

16.09.2017 |

ING-DiBa und Scalable Capital kooperieren

Vermögen mithilfe von Algorithmen zu verwalten, ist ein Bereich der Finanzindustrie, dem mit Blick auf die so in den USA verwalteten Volumina großes Wachstumspotenzial zugeschrieben wird. ING-DiBa setzt anders als die Deutsche Bank oder die Commerzbank nicht auf die Eigenentwicklung eines Robo-Advisors, sondern bietet seit Freitag die computergesteuerten ETF-Portfolios des Münchner Startups Scalable Capital an. Das Angebot ist für die Kunden in Deutschland verfügbar. Wenn es angenommen wird, will die ING es auf weitere europäische Länder ausweiten, in denen sie aktiv ist. Es ist die erste Kooperation dieser Art einer größeren deutschen Bank, ING-DiBa steht gemessen an der Kundenzahl an dritter Stelle. Breitflächig macht eine Stretchlimousine auf ihrer Startseite auf das neue Angebot der Online-Vermögensverwaltung aufmerksam. Auf der Produktseite wird der Kunde beim Klick auf "Jetzt investieren" zu einer Landingpage von Scalable Capital geleitet, wo seine finanzielle Situation und Risikobereitschaft erfragt werden. Für die Kunden der ING-DiBa ist die Registrierung verkürzt, denn die persönlichen Daten und die Legitimation kann Scalable Capital von der Bank übernehmen; der Vertrag lässt sich komplett online abschließen, ohne Unterschrift. Zwölf Monate haben mehrere Teams daran gearbeitet, die Online-Vermögensverwaltung in die technische Infrastruktur der ING-DiBa zu integrieren, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Partner. Für die von ING-DiBa akquirierten Kunden werden das speziell für die ETF-Portfolios notwendige Depot und das Depot-Verrechnungskonto direkt bei der ING-DiBa geführt, bezeichnet als Scalable-Depot und Scalable-Konto, gegebenenfalls zusätzlich zum bereits vorhandenen normalen Depot. Den aktuellen Stand und die Performance können die Kunden sowohl bei Scalable Capital als auch bei ING-DiBa in den jeweiligen Online-Portalen und Apps verfolgen. Bei den selbst akquirierten Kunden lässt Scalable Capital das Depot über die Baader Bank führen. Die Gebühr ist auf beiden Abschlusswegen identisch: Es fallen 0,75% des verwalteten Vermögens pro Jahr an (0,33% fließen an Scalable Capital und 0,42% an die Bank), anteilig in zwölf monatlichen Raten belastet. Damit sind auch die Depotführung und die Ausführung der ETF-Käufe und -Verkäufe abgegolten. Zusätzlich entstehen in den verschiedenen ETFs wie bei einer eigenen Zusammenstellung laufende Kosten, laut den Angaben betragen sie durchschnittlich 0,25% pro Jahr. Die Mindestanlage beträgt EUR 10.000, weitere Einmalzahlungen und monatliches Sparen sind nach getätigter Mindestanlage möglich.

Scalable Capital ist seit Januar 2016 aktiv und in der noch jungen Branche in Deutschland der Marktführer. Seit Juni 2017 ist BlackRock an dem Unternehmen beteiligt, der größte Vermögensverwalter der Welt und mit iShares ETF-Anbieter. Scalable Capital stellt ausgehend vom Risikoprofil des Kunden individuelle Portfolios aus bis zu 14 ETFs zusammen, global und in vielen Anlageklassen diversifiziert - in Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen, Immobilienaktien und Rohstoffen. Das Besondere an Scalable Capital ist der Ansatz, für ein optimiertes Rendite-Risiko-Verhältnis fortlaufend die Schwankungsrisiken an den Finanzmärkten in verschiedenen Modellen zu prognostizieren. Die erstellten Portfolios werden automatisch umgeschichtet, um zum einen die Gewichtung gemäß dem Kundenprofil konstant zu halten und zum anderen bei einem sich abzeichnenden Wechsel von ruhigen und volatilen Marktphasen zu reagieren. In volatilen Phasen wäre man so theoretisch weniger in Aktien-ETFs investiert. Insgesamt wirken Aufmachung und Methode ausgeklügelt und professionell. Letztlich lassen sich aber auch aus einer großen Datenbasis, die zwangsläufig aus Daten der Vergangenheit besteht, und den programmierten Zusammenhängen, die zukünftige Börsenentwicklung oder die kursbewegenden Ereignisse nicht zuverlässig vorhersagen.

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