Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen von Bankprodukten, die bundesweit angeboten werden und den Abschluss per PostIdent/VideoIdent ermöglichen. Insgesamt sind 150 Anbieter in unseren Produktvergleichen gelistet. Thematisch liegt der Schwerpunkt von modern-banking.de auf dem Direktbankenmarkt.

06.12.2017 |

Moneyou durch Partner eine gute Adresse für Ratenkredite

Die für Einlagengeschäft bekannte Moneyou bietet seit Dienstag einen digitalen Ratenkredit an. Kreditgeber ist sie nicht selbst, sondern die solarisBank aus Berlin. Die Kreditstrecke ist auf der Internetseite von Moneyou über eine API-Schnittstelle eingebunden. Kunden und Nichtkunden von Moneyou sollen in die Lage versetzt werden, den Kredit in der Spanne von EUR 1.000 bis EUR 35.000 innerhalb von sieben Minuten aufzunehmen. Theoretisch ist das machbar, weil er vollständig papierlos ist und die Abläufe gegenüber gewöhnlichen Online-Ratenkrediten nochmals verschlankt worden sind. Die Kreditkosten sind transparent, der effektive Jahreszins beträgt für alle 3,99% p. a., der gebundene Sollzins 3,92% p. a., bei Laufzeiten von 12 bis 84 Monaten. Es wird ein sogenannter Kontoblick eingesetzt, bei dem der Kreditinteressent die Online-Zugangsdaten seines Girokontos für einen einmaligen Zugriff eingeben soll. Es muss sich dabei um das Gehaltskonto mit ausreichend verbuchten Umsätzen handeln. Die Kreditprüfung stellt auf die Auswertung dieser Umsätze ab und die Abfrage bei Auskunfteien wie der Schufa. Grundsätzlich nicht vorgesehen sind sonstige Nachweise. Bei positiver Entscheidung übersendet die solarisBank die Vertragsdetails per E-Mail und der Kreditnehmer kann durch VideoIdent und elektronische Unterschrift den Vertrag online bestätigen.

Für die solarisBank ist es die erste Kooperation mit einer Bank. Sie versteht sich als Zulieferer und entwickelt Software-Module für das Bankgeschäft, die sich individuell kombinieren lassen. Sonst arbeitet die solarisBank mit FinTechs, Onlinehändlern und Online-Marktplätzen zusammen. Diese Unternehmen benötigen zur Abwicklung von Bankgeschäften einen Partner, der ihre technologischen Erfordernisse aufgreift und den regulatorischen Rahmen bereitstellt. Auch mit ihrem Ratenkredit wendet sich die solarisBank nicht direkt an Privatkunden, man bekommt ihn bislang bei AutoScout24 für die Finanzierung der inserierten Gebrauchtwagen, beim Vergleichsportal Verivox (Zins dort bonitätsabhängig) oder eben bei Moneyou. Im Bereich der über Partnerbanken vertriebenen Ratenkredite geht die solarisBank in Konkurrenz zur SWK-Bank, die ihre Kredite auch zunehmend digitalisiert, die Zinssätze aber überwiegend bonitätsabhängig vergibt. Mit dem Angebot der solarisBank fährt Moneyou besser, da es zumindest in der Anfangsphase Alleinstellungsmerkmale bietet und zu den Prinzipien "einfach, transparent und zu attraktiven Konditionen" passt. Für das Vermitteln erhält Moneyou je Abschluss eine Vergütung von der solarisBank in Höhe von 15% der über die Gesamtlaufzeit vereinnahmten Zinsen. Im repräsentativen Kreditbeispiel ist auch der ausmachende Betrag ausgewiesen, bei EUR 5.000 Nettodarlehensbetrag und der kurzen 24-monatigen Laufzeit sind es EUR 30,99.

29.11.2017 |

HSH Nordbank: Einlagengeschäft für die Zeit nach dem Fristablauf

In den Zinsangeboten auf der Zinspilot-Plattform stößt man auf einen Namen, den fast jeder schon mal gehört hat - die HSH Nordbank. Zwischen Auslandsbanken aus Malta und Portugal nun also eine Landesbank mit Sitz in Hamburg/Kiel. Das ist bemerkenswert, weil noch nie eine der Landesbanken ein Einlagengeschäft mit privaten Kunden betrieb, jedenfalls wenn man deren Töchter ausklammert, aber auch wegen der Zinshöhe und dem Scheidepunkt, vor dem die HSH steht. Sie bietet schon für 3 und 6 Monate einen Zinssatz von 0,85%, für 9 Monate 0,90% und für 12 Monate 0,95%. Als inländisches Zinsangebot ist das einsame Spitze. Außerdem gibt es bei Zinspilot über den Willkommens-Bonus oder den Fünffach-Bonus obendrauf EUR 25,00 Geldprämie, wenn der Anlagebetrag beim Willkommens-Bonus mindestens EUR 7.500 bzw. beim Fünffach-Bonus mindestens EUR 10.000 beträgt und man sich für eine der Aktionen vorab registriert. Bestandskunden von Zinspilot können im "Anlage-Cockpit" wohl schon seit Mitte November bei der HSH anlegen. Seit vergangenen Donnerstag ist das Angebot nun für alle sichtbar, die sonst bei Zinspilot übliche Pressemitteilung zu einer neu verfügbaren Partnerbank blieb bislang jedoch aus. Bis 28.2.18 muss die Landesbank auf Geheiß der EU-Kommission verkauft werden. Falls dies nicht gelingt, muss sie abgewickelt werden. Die HSH war einst der weltweit größte Finanzierer der Schifffahrtsbranche. Die strukturelle Krise bei den Containerfrachtern brachte viele Reedereien und in der Folge auch die HSH in eine existenzbedrohende Lage. Die ausgefallenen Kredite hätten die Bank ohne Hilfe der Steuerzahler längst unter Wasser gedrückt. Für die beiden Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein wird die HSH mit oder ohne Verkauf zu einem Milliardengrab, denn sie haben für Kredite in Höhe von zehn Milliarden Euro gebürgt, und noch dazu Schiffskredite aus der Bank herausgekauft. Wegen ihrer Hilfen ist ihre Verschuldungsquote im Vergleich zu allen anderen Bundesländern stark gestiegen. Im laufenden Verkaufsprozess sind laut Medienberichten noch fünf ernst zu nehmende Interessenten dabei, bei allen handle es sich um Finanzinvestoren. Dem Vernehmen nach sind dies Apollo, Lone Star, Cerberus, J. C. Flowers und die britische Gesellschaft Socrates Capital. Apollo und J. C. Flowers sollen sich beim Bieten zusammengeschlossen haben. Die HSH deckt sich mit Einlagen ein, um die Refinanzierung ihrer Kreditvergabe über die Privatisierung hinaus sicherzustellen. Eine heikle Frage für die Anleger ist noch die zum Sicherungsnetz. Derzeit ist die Bank Mitglied im Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe. Mit komplett privaten Eigentümern müsste sie es verlassen, gegebenenfalls greift dann eine Übergangsfrist. Als Andockstelle bliebe alternativ die Entschädigungseinrichtung der privaten Banken. Dass eine nahtlose gesetzliche Grundsicherung für Einlagen bis EUR 100.000 bestehen wird, ist nicht anzuzweifeln, aber die Wahrscheinlichkeit, sie in Anspruch nehmen zu müssen, ist bei der HSH in den kommenden Monaten erhöht.

Zinspilot erleichtert übrigens laut den Informationen in den FAQ bei den Zinserträgen, die ab 1.1.18 zugehen, das Handling mit der Besteuerung, was der Plattform weiteren Auftrieb geben wird. In den meisten Fällen müssen die Anleger dann nicht mehr nachträglich über die Einkommensteuererklärung ihre Zinserträge versteuern. Die Anlagebanken, egal ob inländisch oder ausländisch, zahlen die Zinserträge dann ohne Abzug (mit Ausnahme des Abzugs bei nicht reduzierter oder nicht vermeidbarer ausländischer Quellensteuer) an die deutsche Partnerbank von Zinspilot. Die deutsche Partnerbank, die Sutor Bank oder die FinTech Group Bank, führt daraufhin die deutsche Kapitalertragsteuer, den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer (sofern die Religionszugehörigkeit der Bank bekannt ist) ab. Auch ein Freistellungsauftrag oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung kann dann berücksichtigt werden.

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