Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen von Bankprodukten, die bundesweit angeboten werden und den Abschluss per PostIdent/VideoIdent ermöglichen. Insgesamt sind 143 Anbieter in unseren Produktvergleichen gelistet. Thematisch liegt der Schwerpunkt von modern-banking.de auf dem Direktbankenmarkt.

12.04.2017 |

BaFin rudert bei den Anforderungen für das VideoIdent zurück

Die Aufsichtsbehörde BaFin veröffentlichte gerade für alle von ihr beaufsichtigten Institute ein neues Rundschreiben (3/2017) zum VideoIdent-Verfahren. VideoIdent ist eine Alternative zur Legitimation am Postschalter, auf die sich Dienstleister wie WebID oder IDnow spezialisiert haben. Die BaFin legt in dem Rundschreiben dar, wie genau eine solche Identifizierung ablaufen muss. Von einigen Anforderungen, die sie zwischenzeitlich einführen wollte, ist sie komplett abgerückt. Mit Blick auf die Sicherheit wollte die BaFin nämlich schon im vergangenen Juni neu regeln, was die Anbieter erfüllen müssen - um Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und andere Straftaten effektiver zu bekämpfen. Das damalige Rundschreiben sollte ohne Übergangsfrist gelten und hätte das Verfahren viel komplizierter gemacht, die BaFin setzte es nach einem Aufschrei der Finanzwelt zwei Wochen nach der Veröffentlichung erst einmal aus. Mit den damaligen Regeln hätten die Unternehmen in sonstigen Datenquellen, etwa den sozialen Netzwerken, über die potenziellen Kunden recherchieren müssen. Außerdem wäre erforderlich gewesen, dass die angehenden Kunden als zusätzlichen Schritt von einem ihrer anderen Konten einen kleinen Geldbetrag auf ihr neues Konto überweisen - eine sogenannte Referenzüberweisung. Zu den Kritikpunkten zählte auch, dass das Verfahren nur noch Kreditinstitute zu Verfügung stehen sollte, für Zahlungsinstitute oder E-Geld-Institute zum Beispiel nicht mehr. Diese Punkte wurden allesamt verworfen, sie kommen in dem aktuellen Rundschreiben gar nicht mehr vor.

Ab 15.6.17 gelten die überarbeiteten Vorgaben, die in vielen Punkten sehr konkret sind. So müssen die Anfragen zufällig auf die Mitarbeiter verteilt werden, um Manipulationen vorzubeugen. Und es sind zahlreiche Sichtprüfungen des Ausweisdokuments in einer Liste benannt, von denen mindestens drei aus verschiedenen Kategorien für die Identifizierung zufällig ausgewählt und erfüllt werden müssen. Außerdem sollen die Mitarbeiter psychologische Fragen stellen und beobachten, um sich von der Plausibilität der Angaben sowie der vorgegebenen Absicht der zu identifizierenden Person zu überzeugen. Es könne beispielsweise im Gespräch nach dem Alter gefragt werden, im Hinblick auf eine Validierung der Geburtsangaben im Ausweisdokument. Von den Mitarbeitern wird erwartet, so auch zu erkennen, ob nach eigenem Willen oder durch Druck einer zweiten Person das Konto eröffnet wird. Es gibt einen weiteren Prüfschritt, der eine computergestützte Manipulation der Bildübertragung verhindern soll. Dabei soll die zu identifizierende Person den Ausweis an einer systemseitig zufällig bestimmten Stelle mit dem Finger teilweise verdecken oder etwa eine Hand vor ihrem Gesicht bewegen. Anhand von Standbildern ist dann die Echtheit zu überprüfen. Neu hinzugekommen ist die verpflichtende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für die sichere Kommunikation, die fragwürdige Nutzung von Skype oder ähnlichen Diensten ist nicht mehr zulässig.

06.04.2017 |

Deutsche Bank schafft Fakten beim mobilen Zahlen

Kunden der Deutschen Bank können seit gestern ihr Smartphone für das kontaktlose Zahlen an der Ladenkasse nutzen. Als erstes Kreditinstitut in Deutschland bietet die Deutsche Bank das flächendeckend an, und zwar als neue Funktion ihrer Banking-App in der Android-Version. Es wird dazu ein NFC-fähiges Smartphone mit Betriebssystem ab Android 4.4 und eine Mastercard der Deutschen Bank benötigt (Deutsche Bank Card Plus, Mastercard Standard, Mastercard Travel, Mastercard Gold oder Mastercard Platin). Das schränkt den potenziellen Nutzerkreis ein, Kreditkarten anderer Institute oder girocards können vorerst nicht in der digitalen Börse der Deutschen Bank für die Zahlungen hinterlegt werden. Die von der Kreditkartengesellschaft stammende Verschlüsselung der Transaktionen funktioniere damit noch nicht, erklärte die Bank. Die Kreditkarten der Deutschen Bank sind vergleichsweise teuer, aber als Einzelprodukt zu bekommen. Die im Dezember 2016 eingeführte Deutsche Bank Card Plus (eine Debit-Mastercard) ist hingegen über eine aktuelle Aktion im ersten Jahr beitragsfrei, kostet dann jährlich EUR 18,00 und erfordert für das sofortige Abbuchen ein Girokonto bei der Deutschen Bank. Auch iPhone-Nutzer sind erst mal außen vor, da Apple den Zugriff auf die NFC-Schnittstelle für Dritte nicht freigibt, sie allein dem hauseigenen Bezahldienst Apple Pay vorbehält, um an allen Zahlungstransaktionen mitzuverdienen. Für die Kunden der Deutschen Bank ist das Einrichten des mobilen Zahlens mit wenig Aufwand verbunden: Sofern eine der unterstützten Karten vorhanden ist, zeigt die App diese automatisch virtuell an, die Kunden können nach der Bestätigung der Nutzungsbedingungen sofort loslegen. Das Smartphone speichert dann zehn Zahlenschlüssel, sogenannte Token. Für die einzelne Zahlung werde statt der sensiblen Kreditkartendaten jeweils ein Token und dessen Ablaufdatum für die verschlüsselte Übermittlung bereitgehalten. Die Token sind selbst dann verfügbar, wenn das Smartphone nicht im Mobilfunknetz oder mit dem Internet verbunden ist. Sind einige davon aufgebraucht, werden sie beim nächsten Einloggen in die App über das Internet nachgeladen. Beim eigentlichen Bezahlvorgang reicht es aus, das Smartphone zu entsperren und an das Lesegerät zu halten, die App muss nicht aufgerufen werden. Ab EUR 25,00 wird am Kassenterminal zusätzlich die PIN der hinterlegten Mastercard abgefragt; der Schwellenbetrag gilt für Deutschland, er ist länderspezifisch. Wenn die Zahlung erfolgreich war, wird die Zahlungsbestätigung direkt am Terminal angezeigt und der Kunde wird zusätzlich über sein Smartphone informiert.

Das mobile Zahlen ist Teil der Digitalisierungsstrategie, in die die Deutsche Bank zurzeit viel Geld pumpt. Sie fährt die vermutlich einzig erfolgsversprechende Strategie, den US-Konzernen zuvorzukommen, und in der Zwischenzeit den Dienst auszubauen, damit der Nutzer einen Wechsel zu Apple Pay oder Google Pay nicht mehr als notwendig erachtet. Wann diese nach Deutschland kommen, ist noch immer ungewiss, wenngleich sich bei Apple Pay die Anzeichen für einen baldigen Start verdichten. Auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken arbeiten daran, dass ihre Kunden künftig per Smartphone zahlen können. Bei den Sparkassen soll es Ende des Jahres so weit sein, bei den Genossenschaftsbanken Anfang 2018. Allerdings setzen die beiden Bankengruppen daneben auch auf kontaktloses Zahlen mit der girocard, was die Deutsche Bank als einen Zwischenschritt ansieht, der übersprungen werden könne, in der Entwicklung hin zur Virtualisierung, bei der gar keine Karten mehr benötigt werden. Von den Mobilfunkanbietern ist Vodafone der Einzige, der noch eine mobile Geldbörse hat. Bei Vodafone steht sie nur den eigenen Vertragskunden (ohne Prepaidtarife) zur Verfügung, ist an die SIM-Karte gekoppelt und die technischen Hürden höher.

weitere NewsRSS-Feed

Neues aus den Produktbereichen

Girokonto

Erfahrungsberichte

Newsletter

Unser Newsletter informiert jeweils zu Monatsbeginn über aktuelle Zins-/Konditionsänderungen und Neuigkeiten zum deutschen Direktbankenmarkt. Sie können die bisherigen Ausgaben im Newsletter-Archiv aufrufen oder sich nachfolgend direkt anmelden: